Vorsicht: Baufinanzierung an Lebensversicherung koppeln
Statt der regelmäßigen Tilgung des Darlehens zahlt der Kreditnehmer bei der Kopplung von Baufinanzierung und Lebensversicherung nur Zinsen für das zur Verfügung gestellte Darlehen. Die Tilgung erfolgt erst am Laufzeitende. Um zu diesem Zeitpunkt über das notwendige Kapital verfügen zu können, wird eine Kaptiallebensversicherung abgeschlossen, in die regelmäßig Beiträge fließen. Meist locken die Berater mit hohen Renditeversprechungen und Steuervorteilen, die sich vor allem bei einer Vermietung des finanzierten Objekts an Dritte ergeben.
Im Grunde genommen handelt es sich bei dem Konstrukt – Baufinanzierung und Lebensversicherung – aber immer um ein spekulatives Zinsdifferenzgeschäft. Die Erwartung ist, dass die Erträge der Lebensversicherung insgesamt den Effektivzins der Baufinanzierung übersteigen. Daraus ergibt sich der Kostenvorteil für den Kreditnehmer.
Aufgrund der zwei Börsencrashs im letzten Jahrzehnt und den daraus resultierenden niedrigeren Überschussbeteiligungen geht die Rechnung aber so gut wie nie auf. Grundsätzlich kann der Kreditnehmer immer nur mit dem niedrigen Garantiezins kalkulieren, wenn jedes Spekulationsrisiko ausgeschlossen werden soll! Außerdem wurden die Steuerprivilegien der Lebensversicherung stark eingeschränkt, sodass ein solches Konstrukt ohnehin an Reiz verloren hat.
Kritiker mutmaßen schon lange, dass Kombinationsprodukte wie die endfällige Baufinanzierung mit Lebensversicherung lediglich dazu dienen, um das Provisionsaufkommen der Banken zu optimieren. Neben der Provision für die Baufinanzierung lassen sich mit Kombinationsprodukten auch hohe Provisionen für die Lebensversicherung verdienen – in vielen Fällen sogar bis zu 6 Prozent der Versicherungssumme!
Unser Rat: Sollten Sie inbetracht ziehen Ihre Baufinanzierung an eine Lebensversicherung zu koppeln, informieren Sie sich genau über die Zinsentwicklung.




