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Vollfinanzierung für Immobilien -
Hintergründe
Noch vor wenigen Jahren war es beinahe unmöglich als
zukünftiger Bauherr oder Hauskäufer eine
Immobilien
Vollfinanzierung, also ohne Eigenkapitalanteil, von den
Kreditinstituten zu bekommen. Wer nicht genug Eigenkapital einbringen
konnte, sah seine Träume von den eigenen vier Wänden
sehr schnell zerplatzen.
Im Allgemeinen gilt immer noch die Meinung, dass man eine solide
Baufinanzierung
für Immobilien nur mit einem
Eigenkapitalanteil von mindestens 20 bis 30 Prozent hinbekommt.
Tatsächlich haben die Rahmenbedingungen, wie beispielsweise
persönliche Einkommensverhältnisse, einen erheblichen
Einfluss auf die Entscheidung, ob eine Vollfinanzierung von Immobilien
ein unkalkulierbares Risiko darstellt.
In anderen Ländern, beispielsweise in den Niederlanden, ist
die Immobilien Vollfinanzierung allgemein üblich. Seit auch
ausländische Banken auf dem Markt vertreten sind und
Baufinanzierungen übernehmen, sind auch
deutsche
Kreditinstitute bereit eine Vollfinanzierung für Immobilien
anzubieten.
Es gibt inzwischen Angebote, die eine
Finanzierung
bis zu 110 Prozent
des reinen Immobilienkaufpreises anbieten. Bei Neubauprojekten werden
Grundstückspreis, Erwerbsnebenkosten und
Baunebenkosten
mit
übernommen. Es werden also Grunderwerbsteuer,
Notarkosten
und
Gerichtskosten bei Erwerb oder Neubau mitfinanziert. Eventuell bleibt
sogar noch Raum für anfallende Maklercourtage oder kleinere
Renovierungen. Teilweise ist auch eine
Umschuldung
bestehender Kredite
möglich.
Die Zinsen für eine Baufinanzierung orientieren sich an der
Beleihungshöhe der Immobilie. Mit steigender
Beleihungshöhe berechnen die Banken Aufschläge. Die
Zinskonditionen für eine Vollfinanzierung
sind deshalb
höher als bei Finanzierungen mit Eigenkapital, denn die Banken
tragen das Risiko gewährte Darlehensleistungen nicht in vollem
Umfang zurück zu erhalten. Weiterhin sind die Tilgungsraten
häufig deutlich höher.
Immobilien mit einer Vollfinanzierung zu erwerben, ist
zunächst
nicht risikoreicher als eine
Finanzierung mit
Eigenkapital. Beachten sollte man, dass die monatlichen
Rückzahlungsraten langfristig tragbar bleiben. Ob das
Einkommen aus Bankensicht ausreichend ist, hängt von der
sogenannten Haushaltsrechnung ab. Dabei werden feste Einnahmen und
Ausgaben gegeneinander aufgerechnet. Ergibt die Haushaltsrechnung einen
positiven Überschuss, sind die
Kreditinstitute
bereit eine
Immobilien Vollfinanzierung zu gewährleisten.
Nachteilig bei einer Vollfinanzierung kann sein, dass bei einem
späteren
Immobilienverkauf,
eventuell kein Preis erzielt
wird, der für die vollständige
Tilgung
des Darlehens
nötig ist. In diesem Fall bleibt man auf den Schulden sitzen,
die dann über einen
Ratenkredit
abbezahlt werden
müssen. Dieses Risiko hat ein Darlehensnehmer mit Eigenkapital
nicht oder zumindest nicht in diesem Umfang.
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