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Fremdwährungsdarlehen
Fremdwährungsdarlehen sind Kredite, die im Rahmen der privaten
Wohnbaufinanzierung eingesetzt werden können. Wie
der Name schon vermuten lässt, werden
Fremdwährungsdarlehen nicht in Euro, sondern in einer anderen
Währung aufgenommen. Ziel dieser Kreditaufnahme
ist die Ausnutzung niedrigerer Zinsniveaus, wie sie in anderen
Ländern vorkommen.
Die häufigsten Währungen, in denen
Fremdwährungsdarlehen vermittelt werden, sind Schweizer
Franken und japanische Yen. In beiden Ländern
liegt das Zinsniveau derzeit deutlich unter dem der
Europäischen Zentralbank. Zum Teil ist es sogar
möglich, zu Zinsen von unter zwei Prozent pro Jahr zu
finanzieren. Kreditnehmer haben durch dieses geringe
Zinsniveau die Möglichkeit, mehrere Zehntausend Euro
während ihrer gesamten Finanzierung einzusparen.
Fremdwährungsdarlehen werden in der Regel mit
einem variablen Zinssatz bzw. einer nur kurzen Zinsfestschreibung
vereinbart. Für Kreditnehmer kann dies zum
einen vorteilhaft sein, nämlich dann, wenn die Zentralbanken
der jeweiligen Länder das Zinsniveau senken.
In diesem Fall würde sich auch die monatliche Zinsbelastung
sofort reduzieren. Auf der anderen Seite hingegen, wenn sich das
Zinsniveau der Währung erhöht, müssen
Kreditnehmer höhere Belastungen tragen können. Kurze
Zinsfestschreibungen bzw. variable Zinssätze haben aber
gleichzeitig den Vorteil, dass der Kredit zu jeder Zeit sondergetilgt
oder sogar komplett vorzeitig zurückgezahlt werden kann.
Lange Kündigungsfristen oder
Vorfälligkeitsgebühren, wie diese in Deutschland
gängig sind, gibt es hier also nicht.
Nutzer von Fremdwährungsdarlehen müssen demnach auch
Risiken kalkulieren. Neben dem Zinsänderungsrisiko ist dies
aber auch das Währungsrisiko. Sollte sich die zugrunde
liegende Währung positiv verändern, also an Wert
gewinnen, würde sich die Kreditsumme analog erhöhen.
Die zurückzuzahlende Summe wäre demnach deutlich
höher als die ursprünglich aufgenommene Kreditsumme,
was gleichzeitig eine höhere monatliche Ratenbelastung
bedeutet. Kreditnehmer können im Gegensatz aber deutliche
Gewinne erzielen, wenn die Währung an Wert verliert. In diesem
Fall würde sich auch die Höhe der Kreditsumme
verringern, ohne das ein Euro an Tilgung geflossen wäre.
Fremdwährungsdarlehen können in zwei
verschiedenen Arten aufgenommen werden. Eher weniger
genutzt ist das Fremdwährungsdarlehen als
Annuitätendarlehen, bei dem eine monatlich feste
Annuität mit einem Tilgungssatz vereinbart wird. Die
Kreditsumme würde sich in diesem Fall von Monat zu Monat
reduzieren. Deutlich häufiger hingegen werden
Fremdwährungsdarlehen als tilgungsfreie Darlehen vereinbart.
Kreditnehmer zahlen hierbei lediglich die Zinsen, die Tilgung erfolgt
zu einem später fest vereinbarten Termin. Um zu diesem Termin
die Kreditsumme auch wirklich tilgen zu können, muss ein
Tilgungsersatz angespart werden. Dies kann zum einen ein Banksparplan,
ein Fondssparplan oder eine Rentenversicherung sein, je nach
Kundenwunsch und Risikoeinstellung. In jedem Fall erfolgt die
Absicherung des Fremdwährungsdarlehens über die
Eintragung einer Grundschuld ins Grundbuch. Die Höhe dieser
Grundschuld ist analog zu der Höhe des Darlehens.
Anbieter für Fremdwährungsdarlehen
sind zum einen deutsche Finanzierungsvermittler, zum anderen aber auch
ausländische Banken, bei denen das Darlehen online gestellt
werden kann. In beiden Fällen werden für
Fremdwährungsdarlehen deutlich höhere Anforderungen
gestellt als beispielsweise für deutsche klassische
Annuitätendarlehen. So muss das jährliche
Haushaltseinkommen eine gewisse Grenze überschreiten (Bsp.
50.000 Euro), weiterhin darf die Grundschuld, die als Sicherheit
für den Kredit eingetragen hat, maximal 50-70% des von der
Bank ermittelten Beleihungswertes erreichen. So soll
gewährleistet werden, dass die Kreditnehmer die mit dem
Darlehen in Verbindung stehenden Risiken auch wirklich tragen
können.